ROTLICHT 2026: Wiens Festival für analoge Fotografie – mit fünf Workshops von D&T PHOTOgraphy

Vom 27. November bis 6. Dezember 2026 wird Wien wieder zum Treffpunkt der analogen Fotografie: Das ROTLICHT. Festival für analoge Fotografie geht in seine sechste Ausgabe. Gegründet hat es Dino Rekanović, mit dem Torsten Wieczorek seit Jahren als Wiener Alchemisten zusammenarbeitet; gemeinsam mit Co-Direktor Michael Laubsch leitet er das Festival bis heute. Getragen wird ROTLICHT vom gemeinnützigen Verein ZIGUTAMVE, der sich seit 2016 für zeitgenössische Fotografie einsetzt. D&T PHOTOgraphy begleitet das Festival seit der ersten Stunde als Workshop-Partner – und ist auch diesmal mit fünf Kursen zu historischen Verfahren vertreten.
Zehn Tage, eine ganze Stadt
Der Name spielt auf das rote Licht der Dunkelkammer an. Herzstück ist die Festivalzentrale im Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien, dem ehemaligen Semperdepot in der Lehárgasse 8. Allein die Hauptausstellung in der Säulenhalle umfasst mehr als 1.300 Quadratmeter. Hinzu kommen jedes Jahr rund 30 weitere Ausstellungen in Galerien, Off-Spaces und Ateliers, verteilt über zahlreiche Bezirke.
Wer das Festival besucht, erlebt weit mehr als Bilder an der Wand: Artist Talks und Führungen, bei denen die Künstler:innen ihre Arbeiten selbst vorstellen, Photo Walks abseits der bekannten Touristenwege, Abende mit Konzerten und Partys sowie ein umfangreiches Kursprogramm, das von der Filmentwicklung bis zu Edeldrucktechniken reicht. Angesprochen sind ausdrücklich alle – Neugierige ebenso wie ambitionierte Amateur:innen und Profis.

Open Call und Jury: internationale Positionen
Den Kern der Hauptausstellung bildet ein internationaler Wettbewerb. Bis Ende Juni konnten Fotograf:innen ab 16 Jahren Projekte einreichen, in denen mindestens ein analoger Prozess zum Einsatz kommt; das Thema lautete in diesem Jahr „The Anthropocene: Hybrid Realities“ – die Frage nach dem Verhältnis von Mensch, Natur und Bild zwischen Eingriff und Auflösung, Einfluss und Verletzlichkeit. Eine internationale Jury wählt daraus 20 Projekte aus. Die Ausgezeichneten erhalten einen Platz in der Hauptausstellung und im Festivalkatalog, ein Preisgeld und einen Reisekostenzuschuss; wer den Grand Prix gewinnt, bekommt zusätzlich eine Einzelausstellung in der Photo Cluster Galerie und liefert das Motiv für Plakat und Katalog des Festivals.
Der Jury 2026 gehören an: Miha Colner (Vorsitz, Galerija Božidar Jakac, Slowenien), Miriam Marzura (Leica Galerie Wien), der Fotograf und Filmemacher Reiner Riedler, Wiktoria Michałkiewicz (REZO), Sabina Salamon (Museum für moderne und zeitgenössische Kunst Rijeka), István Virágvölgyi (Robert Capa Contemporary Photography Center, Budapest), Florence Drouhet (Festival La Gacilly-Baden Photo) und Hanin Hannouch (Weltmuseum Wien).

Die Gewinner:innen 2026
327 Einreichungen aus 44 Ländern hat die Jury gesichtet; die 20 ausgewählten Projekte stammen aus 14 Ländern. Den Grand Prix erhält Beihua Guo (USA) für „Designated Ground Zeros“: Er fotografiert Orte, die eine US-Studie von 1956 als mögliche Ziele eines Atomangriffs auflistete, und druckt sie als Uranotypien – das Material der Bilder verweist damit unmittelbar auf die Geschichte dieser Orte.
Die Bandbreite der übrigen Arbeiten reicht von Ludovica Bastianinis „Chronostasis“ (Italien) über Benito Drebings „There should be a Forest here“ (Deutschland) und Kush Kukrejas „Plastic Typology“ (Indien) bis zu Seunggu Kims „Hadong Observatory“ (Südkorea). Aus Österreich sind Mark Chehodaiev („Hotel Europa“), Sophie Neumann („Bouquet“) und Tanja Oberbramberger („Traces of Control“) vertreten. Alle 20 Positionen stellt das Festival auf seiner Gewinnerseite vor. Ergänzt wird die Schau durch die „Festival Selection“: Sie ist 2026 „The Anthropocene Illusion“ des Londoner Fotografen Zed Nelson gewidmet. Die meisten Preisträger:innen reisen zum Eröffnungswochenende an und führen selbst durch die Ausstellung.
Das Programm 2026
Nach der Eröffnung am 27. November folgen neun Tage mit Ausstellungen, Gesprächen und Veranstaltungen in der ganzen Stadt. Rund zwanzig Kurse vermitteln Handwerk zum Mitmachen – darunter RA-4-Farbvergrößerung, Schwarzweiß-Umkehrentwicklung, der Bau einer eigenen Camera obscura, Polaroid-Emulsion-Lift, Siebdruck, Lumen Printing und experimentelle Cyanotypie. Grand-Prix-Gewinner Beihua Guo zeigt in „Printing with uranium?“ sein Verfahren, Dino Rekanović führt in Filmentwicklung und Dunkelkammerarbeit ein. Das vollständige Tagesprogramm mit Talks, Führungen und Abendterminen veröffentlicht das Festival laufend unter rotlicht-festival.at/program.

Unsere fünf Workshops
Im Studio von ZIGUTAMVE laden wir an fünf aufeinanderfolgenden Tagen jeweils von 9 bis 18 Uhr dazu ein, historische Verfahren selbst auszuprobieren:
- Di., 1. Dezember – Cyanotypie: das klassische Eisenblau-Verfahren von 1842, belichtet mit UV- oder Sonnenlicht und entwickelt in Wasser.
- Mi., 2. Dezember – Salz- und Albumindruck: zwei der frühesten Silberverfahren der Fotogeschichte – vom matten Salzpapier bis zum glänzenden Eiweißabzug des 19. Jahrhunderts.
- Do., 3. Dezember – Kallitypie: ein Eisen-Silber-Verfahren mit warmen, tiefen Brauntönen, oft als „Platindruck des kleinen Mannes“ bezeichnet.
- Fr., 4. Dezember – Wet Plate Collodion: Tintypes & Ambrotypes: Unikate auf Metall oder Glas – beschichtet, belichtet und entwickelt, solange die Kollodiumschicht noch feucht ist.
- Sa., 5. Dezember – Toner & Toning: wie Tonungen mit Gold, Palladium und anderen Mitteln Farbe, Tiefe und Haltbarkeit von Edeldrucken verändern.
Inhalte, Materialien und Anmeldung finden Sie im Workshop-Shop des Festivals.





Presseecho und Entwicklung
Seit dem Start 2021 – pandemiebedingt noch in reduzierter Form – ist ROTLICHT rasant gewachsen. Nach Schätzungen des Veranstalters kamen 2022 rund 1.200 Besucher:innen, 2023 bereits etwa 5.200 aus dem In- und Ausland – mehr als viermal so viele. Viele reisen eigens für das Festival nach Wien und bleiben mehrere Nächte. Auch der Open Call ist international gefragt: 460 Einreichungen aus 44 Ländern waren es 2023, 332 aus 43 Ländern 2025 und nun 327 aus 44 Ländern. Für 2024 und 2025 hat der Veranstalter bislang keine Besucherzahlen veröffentlicht.
Die Medien verfolgen diese Entwicklung aufmerksam. ORF Wien berichtete 2023 über die dritte Ausgabe mit rund 30 Ausstellungen und mehr als 20 Workshops in 13 Bezirken. 2024 widmete „Die Presse – Schaufenster“ dem Festival eine ausführliche Reportage und attestierte ihm, mittlerweile tief im Wiener Kulturbetrieb verankert zu sein. Auch Fachmedien wie Profifoto und LFI – Leica Fotografie International kündigen ROTLICHT regelmäßig an; LFI sieht im Festival einen Beleg dafür, wie lebendig und relevant analoge Fotografie heute ist.
„Wir bewegen uns irgendwo zwischen Underdog und offiziellem Festival.“
Dino Rekanović in „Die Presse – Schaufenster“, 2024
International ist das Festival gut vernetzt: 2022 stieß ROTLICHT gemeinsam mit 14 weiteren Festivals eine Partnerschaft an, aus der das Analog Photography Festival Network hervorging; die Partner teilen Open Calls und eröffnen Preisträger:innen zusätzliche Ausstellungsmöglichkeiten, etwa bei den Photodays Rovinj.

Wiener Alchemisten
Dino Rekanović und Torsten Wieczorek verbindet die Leidenschaft für das Kollodium-Nassplattenverfahren. Als Wiener Alchemisten arbeiten sie mit Großformatkameras und einer mobilen Dunkelkammer und schaffen Bildwelten aus Licht und Silber, die zeitlos wirken und doch eine moderne Handschrift tragen.
Wir freuen uns darauf, Sie im November und Dezember in Wien zu begrüßen – in der Ausstellung, bei einem Talk oder an unserem Arbeitstisch. Alle Informationen zu Programm, Tickets und Anmeldung bietet die Website des ROTLICHT Festivals.
Quellen und Bildnachweise
- ROTLICHT Festival – Website mit Gewinner:innen 2026, Jury und Open Call
- Pressetext 2026, Pressetext 2025
- Projektbeschreibung 2023, Projektbeschreibung 2024 (Besucherzahlen: Schätzungen des Veranstalters)
- ORF Wien: „Analoge Fotografie beim Rotlicht Festival“, 17.11.2023
- Die Presse – Schaufenster: „Licht in die Dunkelkammer“, Magdalena Mayer, 31.10.2024
- Profifoto: „Rotlicht Festival“, 10.10.2024, LFI – Leica Fotografie International: „Rotlicht Festival Vienna“
- Bilder und Logo: Pressebereich des ROTLICHT Festivals; Fotograf:innen jeweils in der Bildunterschrift
Bluesky-Diskussion
Auf Bluesky ansehenNoch keine Antworten. Seien Sie der Erste, der auf Bluesky kommentiert!
